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Horrerschacht

Horrerschacht mit dem Gamslöcher-Kolowrat-System verbunden 

Georg Zagler, Emanuel "E" Zeindlinger, Flo Schwarz 04-08.11.2015

Bericht: Florian Schwarz

Es wurde für mich mal wieder Zeit mit Georg eine ordentliche Tour in den UBerg zu unternehmen. An Forschungszielen mangelt es Georg nie und somit hatten wir bald eine passende Aktion im Visier. Georg und Sabine hatten ein gemeinsames Ziel: Die Verbindung vom Horrerschacht in die Kolowrathöhle um einen kürzeren Abstieg zum aktuellen Forschungsendpunkt in die Kolowrat zu realisieren.

Leider konnten die beiden durch den tragischen Unfall von Sabine ihr Ziel nicht mehr gemeinsam vollständig umsetzen. Den Weg durch den Horrerschacht hatten sie schon bereits im März 2015 fast vollständig gefunden, letztlich fehlten nur wenige Meter und ein paar Blockstufen hinab in einer großen Verbruchhalle zum Ziel. Hier sprangen Emanuel Zeindlinger , genannt „E“, und ich helfend ein, also auch eine Tour zum Gedenken an Sabine.

      

Die Abseilstrecke auf -230 zum Anfang der ersten Rohrpost war auch noch lustig, obwohl jeder entweder 2 schwere oder 3 mittelschwere Säcke um sich herumbaumeln hatte.   

Dann ging es in die engen Rohpostpassagen und „E“ meinet nur, Höhlenforschen ist wohl die langsamste Sportart die es gibt. Wir kamen langsamer als Schnecken voran und um 23:30 waren wir dann ziemlich zerknittert im Postamt, einer schönen Biwakhalle. Nach einem leckeren Nachtmahl schlummerten wir dahin und am nächsten Morgen hatte ich nur ein Ziel: Ich musste unbedingt eine super fiese Felsecke wegbohren, an der ich mich am Vortag nur durch Hilfe der Schwerkraft, mit pressen nach unten, durchwursteln konnte, sonst hätte ich die nächsten Tage ständig an diese für mich üble Stelle denken müssen.

Gesagt getan und nach 40 Min hatte ich mein Werk vollbracht und kehrte zufrieden zum Biwakplatz zurück, wo Georg und „E“ immer noch am Packen waren. Gemeinsam brachen wir frischen Mutes zum bisherigen Vermessungsendpunkt auf, und teilten uns dort auf. Georg und ich arbeiteten als Messteam und „E“ bekam die Aufgabe über einen hinderlichen See eine Seilbahn zu bauen. Georg mit Seilsäcken bepackt und ich mit Messzeug, Vesper und diversen Utensilien schwangen wir uns die ersten Stufen hinab, „E“ folgte nach. Ich muss sagen, die Horrerschachthöhle ist eine beeindruckende, trockene, sehr schöne und eigenständige Höhle die keinesfalls nur als Schachtabstieg zur Kolowrat degradiert werden darf.

  

Ich ziehe den Hut vor „E“ wie er es geschafft hat sich mehrfach waagerecht bouldernd über den See zu stemmen um die Draht- und Seilbahnen an die richtigen Stellen zu platzieren, ohne dabei ins Wasser zu fallen, ein wirklich guter Kletterer.

Ich bin mir sicher Sabine hätte Ihren absoluten Spaß dabei gehabt, wenn Sie gesehen hätte wie wir uns mit etwas mulmigen Gefühl vertrauensvoll in die Drahtseile gehängt haben. Aber vielleicht hat sie es ja gesehen, irgendwie hatte ich das Gefühl das Sie eh die ganze Zeit bei der Tour dabei war.

       

Am vierten Tag schwangen wir uns wieder die Schächte hinab zum weiteren Seileinbau, Steinschlagsicherung und Vermessung der Halle. Alles zog sich aufgrund der ungünstigen Blockabstiege recht lange hin und viel Zeit musste damit verbracht werden die gruselige Felsbrocken abzuräumen. Am Ende der Halle führte uns der Blockboden zu einem tiefen Schacht, der nun mit Sicherheit in die Kolowrat führt. Kurz vor Einrichtung der letzten Stufe fällt uns der letzte Hammer in die Tiefe. Der Hammer wollte wohl der erste  in der Kolo sein und uns blieb der Abstieg verwehrt, aber die Verbindung ist da.

Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg