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Windlöcher

Windlöcher - Verstürtzt 

Bericht: Berti Mihle 18.04.2015

Es sollte eine Tour zum Bewegen, Fotografieren und Kennenlernen des Gebiets werden. Kathrin, Jürgen, Bernhard und ich stiegen um 10 Uhr von Veitlbruch zu dem altbekannten Haupteingang der Windlöcher, E1 bis E4 genannt, auf. Bis etwa 50m unterhalb der Eingänge lag praktischerweise kein Schnee mehr, sodass wir bald oben waren.

Im Eingangsschacht war noch erstaunlich viel Eis und ungewöhnlich viel Altholz. Einiges davon brach beim Abseilen ab. In der Halle darunter war vom üblichen Weiterweg nichts mehr zu sehen. Da ich den Eingangsteil nicht mehr gut in Erinnerung hatte, irrten wir in den 2-3 Hallen dort hin und her, kletterten überall rauf und zwängten uns in jede Spalte – erfolglos. Ich ärgerte mich immer mehr, daß ich den Weiterweg nicht fand. Irgendwann fiel uns nichts mehr ein, wo wir noch nicht geschaut hatten, und wir stiegen wieder hinaus. Ich war total frustriert und verstand die Welt nicht mehr.

Wir stiegen über den E7 ein, das ist ein lustiger Schacht, der ziemlich eng beginnt und in eine Halle mündet. Ein Stück weiter folgt eine Halle, die ich wiedererkannte, wo ein Seil von der Decke herabhängt, in das ich bei einer vergangenen Tour einen zusätzlichen Umsteiger eingebaut hatte, um die Seilreibung zu reduzieren. Wir hatten also den angepeilten Höhlenteil erreicht. 

                    

Irgendwann war es genug, die Alarmzeit rückte unaufhaltsam näher, wir drehten um. Jetzt wollte ich es aber noch wissen, was wir zuvor nicht gefunden hatten. Beim dritten Versuch erwischten Kathrin und ich den richtigen Gang Richtung E1-E4. Wir stiegen den angenehmen Canyon-Schrägschacht hinauf, seilten dahinter die glatte Schräge am Fenster vorbei hinab und schlüpften in die kleine Halle auf der anderen Seite des Fensters. Dort war immer noch einiges Eis. Außerdem lagen ungewöhnlich viel Altholz und unberührte Steinbrocken herum. Nachdem ich zwei blind endende Schlüfe als potentielle Lösungen des Rätsels abgehakt hatte, wurde mir klar, was passiert sein musste…

Bei dem Sturm vor 2 Wochen sind um die Höhle herum und sicher auch oberhalb ein paar Bäume umgefallen und sich bewegende Wurzeln haben Steine gelöst. Diese haben weitere Steine und Holz mitgerissen, sind in den Eingangsschacht hinabgerutscht und haben am hinteren Ende der darunterliegenden Halle den knapp 1m hohen und gut 2m breiten Durchschlupf verschüttet, durch den man ansonsten weiter in die Höhle hinein gelangt. Ein Ausräumen incl. Verstauen der Steine würde zu zweit so ungefähr eine Stunde dauern.

Landesverein für Höhlenkunde in Salzburg